Google Shopping Product Grids in Deutschland: Was der Rückgang für Organic Shopping bedeutet

Die Product Grids in der organischen Google-Suche treten in Deutschland spürbar seltener auf. Was sich konkret verändert hat, warum die DMA-Regulierung dahintersteckt – und was das für Shops bedeutet, die auf diesen Kanal gesetzt haben.

Organic Shopping hat das E-Commerce-Umfeld in den letzten Jahren spürbar geprägt. Über die Product Grids in der organischen Google-Suche konnten Händler ihre Produkte direkt im Suchergebnis zeigen: mit Bild, Preis und teilweise Bewertung, ganz ohne Werbebudget. Für viele Shops war das ein verlässlicher zusätzlicher Traffic- und Umsatzkanal neben Google Shopping Ads. Product Grid SEO hat sich entsprechend als eigene Disziplin neben klassischem Produkt- und Kategorie-SEO etabliert.

Seit einigen Tagen verändert sich die Darstellung von Produktergebnissen in der organischen Google-Suche in Deutschland spürbar. Die Product Grids treten deutlich seltener auf als noch vor Kurzem.

Was sich konkret verändert hat

Die Suchanfrage „hundebett rund" zeigt den Unterschied direkt.

Google-Suchergebnis für „hundebett rund
So zeigte Google Product Grids seit ca. Mitte 2023: breite Produktansicht, mehrere Händler, Bilder und Preise direkt in den organischen Ergebnissen.

Vorher: ein breites Product Grid mit zahlreichen Produkten unterschiedlicher Händler nebeneinander. Bilder, Preise, teilweise Bewertungen. Viele Shops tauchten dort auf, ohne Anzeigenbudget, allein über Feed-Architektur und optimierte Produktseiten.

Aktuell: eine schmalere Box unter der Überschrift „Vergleichsportale". Preisvergleichsportale wie testsieger.de und Testberichte.de erscheinen als aufklappbare Einträge. Google selbst ist ein weiterer Eintrag darunter, mit einer eigenen, kleineren Produktauswahl. Insgesamt sind deutlich weniger Produkte auf den ersten Blick sichtbar als zuvor.

Google-Suchergebnis für „hundebett rund
Das aktuelle Format: statt des breiten Product Grids eine „Vergleichsportale"-Box. Preisvergleichsportale wie testsieger.de und Testberichte.de erscheinen als klappbare Einträge neben Google. Deutlich weniger Produkte, weniger direkte Händler-Sichtbarkeit.

Wer auf Organic Shopping als festen Kanal gesetzt hat, verliert Reichweite. Wie viel, hängt davon ab, wie stark die Product Grids bisher in der eigenen Nische sichtbar waren.

Warum das passiert

Hintergrund ist der Digital Markets Act (DMA), der Googles Spielraum bei der Darstellung eigener Shopping-Ergebnisse innerhalb der EU einschränkt. Die Product Grids in ihrer bisherigen breiten Form sind davon direkt betroffen.

Die neue Box mit Vergleichsportalen ist Googles Reaktion: Statt eines breiten, von Google kuratierten Product Grids erscheint ein schmaleres Format, das nominell mehrere Anbieter zeigt, Google selbst eingeschlossen. Für Händler kommt dabei weniger Sichtbarkeit heraus, nicht mehr.

Was das für Unternehmen bedeutet

Wer Organic Shopping als festen Kanal im Traffic-Mix führt, muss das jetzt prüfen. Nicht irgendwann. Jetzt. Search Console und Analytics zeigen, ob der organische Shopping-Traffic bereits zurückgeht und wie groß der Anteil war, der über Product Grids kam.

Product Grid SEO ist damit nicht obsolet. Feed-Qualität, saubere Produktseiten und Merchant-Center-Hygiene bleiben relevant, auch für die neuen Formate. Aber die Reichweite, die ein breites Product Grid erzeugte, ist weg. Wer das ignoriert, plant mit Zahlen, die so nicht mehr stimmen.

Den eigenen Traffic-Mix einseitig auf diesen einen Kanal zu stützen, war schon vor dieser Entwicklung riskant. Jetzt ist es nachweisbar falsch.


Einordnung

Google baut SERP-Formate regelmäßig um, oft schrittweise, regional unterschiedlich. Was sich jetzt in Deutschland beobachten lässt, ist ein klarer Rückgang. Ob das europaweit und dauerhaft gilt, ist offen. Aber auf eine Rückkehr der breiten Product Grids zu setzen ist keine Strategie.

Wer organischen Traffic aus mehreren Kanälen bezieht, also über klassische SEO-Ergebnisse, Organic Shopping und zunehmend GEO für KI-generierte Antworten, ist robuster aufgestellt als jemand, der auf einen einzigen Kanal gesetzt hat. Das gilt jetzt mehr als vorher.

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